Das Angebot der Diakonie-Sozialstation Biberach findet regen Zuspruch

Marianne (86) und Wilhelm Busch (85) machten zum ersten Mal „Urlaub ohne Koffer“ in Birkendorf und sagen: „Wir kommen ganz bestimmt wieder.“ FOTO: APM-PFULLENDORF

Senioren freuen sich über „Urlaub ohne Koffer“

Das Angebot der Diakonie-Sozialstation Biberach findet regen Zuspruch

Biberach

Die Urlaubszeit lässt auch bei so manchem Senior den Wunsch nach etwas Abwechslung aufkommen. Doch die Koffer packen und verreisen? Den Stress will sich so mancher nicht antun. Da kommt der „Urlaub ohne Koffer“ im Gemeindehaus der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde in Birkendorf gerade recht. Es ist ein Angebot der Diakonie-Sozialstation Biberach, die zur Altenhilfe der Zieglerschen gehört.

Von den rund 20 Teilnehmern sind viele Alleinstehende. Sie wurden mit Kleinbussen abgeholt zum Frühstück. Die gemeinsamen Mahlzeiten bieten Gelegenheit zum Austausch. Die 93-jährige Ingelore Ruschek war schon öfter dabei und ihr hat es stets gut gefallen. Seit ihr Mann vor 20 Jahren gestorben ist, fehlt es ihr manchmal an Gemeinschaft. „Und die ist hier echt nett“, sagt sie mit einem zufriedenen Lächeln. Sie macht auch alles mit, was angeboten wird. Und das ist eine ganze Menge. Und wenn es nebenher Musik von Peter Kraus gibt, dann ist das auch nicht zu verachten. Bei den „Tulpen aus Amsterdam“ singen viele Senioren mit und an den Blicken kann man erkennen, dass es da wohl eine ganze Portion an Erinnerungen gibt.

Abwechslung ist Trumpf

Das Betreuerteam um Steffi Forstenhäusler sorgte für Abwechslung. Nicole Huchler, Melanie Starke, Pflegeschülerin Celine König und Albin Malay, der aus dem Kosovo stammt und in der Diakonie-Sozialstation eine Altenpflege-Ausbildung macht, sind sehr gerne mit den Senioren zusammen. Und natürlich Brigitte Lehmann. Die 73-Jährige hat selbst 15 Jahre bei der Diakonie in der Altenpflege gearbeitet und ist hier ehrenamtlich dabei.

Viele Aktionen - und Ruhepausen

Am Sonntag war Zumba im Sitzen angesagt. „Das geht ganz toll und unsere Gäste haben da unheimlich viel Spaß“, sagt Steffi Forstenhäusler. Ausflüge mit dem Bus und Livemusik sorgten für Abwechslung. Für Ruhephasen zwischendurch standen Liegestühle bereit. Es wurde gebastelt, vorgelesen oder aufgesagt. So reimte etwa der 85-jährige Wilhelm Busch, der mit seiner Frau Marianne zum ersten Mal dabei war, fast genauso gut wie sein berühmter Namenskollege. Für das Ehepaar war es der erste Urlaub seit vielen Jahren, wenn auch nur tagsüber. Sie sagen: „Nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei.“

Für die 90-jährige Edeltraud Bärsauter war das Angebot nicht neu. „Ich bin Wiederholungstäterin.“ Das Programm sei sehr gut durchdacht. „Du musst was tun, sonst wirst du meschugge“, sagt sie. Sie wohnt alleine, hat aber 14 Enkel, mit denen sie sich gerne beschäftigt. Von ihren Kindern wird sie gut versorgt, aber sie schätzt die Gemeinschaft sehr.

Das Projekt wird aus Spenden finanziert. 2016 hatte die Bruno-Frey-Stiftung Biberach sich bereit erklärt, die eingehenden Spenden zu verdoppeln. So waren aus 17 500 im Handumdrehen 35 000 Euro und der „Urlaub ohne Koffer“ war für weitere fünf Jahre gesichert. Auch der Evangelische Krankenpflegeverein Biberach unterstützt das Projekt der Zieglerschen.

Senioren freuen sich über „Urlaub ohne Koffer“

Marianne (86) und Wilhelm Busch (85) machten zum ersten Mal „Urlaub ohne Koffer“ in Birkendorf und sagen: „Wir kommen ganz bestimmt wieder.“ FOTO: APM-PFULLENDORF