Tschüss, Biberach: Daniela Bleher packt die Umzugskisten

Pfarrein Daniela Bleher packt die Umzugskisten. Nächste Woche verlässt sie Biberach in Richtung Münsingen. (Foto: Gerd Mägerle) Pfarrein Daniela Bleher packt die Umzugskisten. Nächste Woche verlässt sie Biberach in Richtung Münsingen. (Foto: Gerd Mägerle)

Die evangelische Pfarrerin der Heilig-Geist-Gemeinde wechselt als Reha-Seelsorgerin nach Bad Urach
Daniela Bleher, evangelische Pfarrerin der Heilig-Geist-Gemeinde in Biberach, sitzt auf gepackten Koffern. Nächste Woche kommt der Möbelwagen, denn die 46-Jährige tritt Mitte September eine neue Stelle als Reha-Seelsorgerin in Bad Urach an. Fast sechs Jahre war die gebürtige Münsingerin nun Pfarrerin in Biberach.

Im Dezember 2013 hatte Daniela Bleher die Nachfolge von Pfarrer Ulrich Weber angetreten. Zuvor war sie Gemeindepfarrerin in Kirchheim unter Teck gewesen. Biberach sei für sie deshalb eine große Veränderung gewesen. „Im katholischen Oberschwaben war ich in der Diaspora tätig“, sagt sie. Auch die dezentrale Struktur der Heilig-Geist-Gemeinde, zu der auch Bergerhausen und Mettenberg gehören, sei für sie anfangs ungewohnt gewesen. Auch dass die Heilig-Geist-Kirche nicht mehr für regelmäßige Gottesdienste genutzt werde, finde sie schade. „Das ist schon auch ein Verlust für die Gemeinde“, sagt Daniela Bleher.

In die Zeit ihrer Pfarrtätigkeit fiel auch der Beschluss zur Fusion der bislang eigenständigen evangelischen Kirchengemeinden Stadtpfarrkirche, Heilig-Geist-Kirche und Bonhoefferkirche zu einer einzigen Gemeinde. „Die Zeit der Fusion war schon anstrengend und hat Kraft gekostet“, sagt Daniela Bleher. Strukturen mussten neu gedacht, die Kirchengemeinderäte mitgenommen und Ängste und Befürchtungen abgebaut werden.

Überdies hat sich für Daniela Bleher in ihrer Biberacher Zeit auch ihr Privatleben entscheidend verändert. Kurz vor ihrem Amtsantritt 2013 hatte sie ihren Mann geheiratet und in Biberach kam Sohn Johann auf die Welt, der inzwischen drei Jahre alt ist und den Kindergarten besucht. Die junge Mutter ging zunächst in Elternzeit und reduzierte ihre Tätigkeit fortan auf 50 Prozent.

Das Familienleben sei für sie auch der Grund gewesen, sich beruflich zu verändern. Auch die neue Stelle in der Reha-Seelsorge in Bad Urach ist eine 50-Prozent-Stelle. Daniela Blehers Mann wird auch künftig als Berufsschullehrer in Ehingen arbeiten. Wohnen wird die Familie in Blehers Heimatort Münsingen. Nach rund 25 Jahren ist das für die Pfarrerin eine Rückkehr in die alte Heimat. „Das war so nicht geplant, aber auch in Bad Urach ist der Wohnungsmarkt ziemlich angespannt, ähnlich wie in Biberach“, sagt sie. Ein Vorteil sei, dass auch ihre Geschwister am Ort leben.

An Biberach vermissen werde sie vor allem das große Angebot an Aktivitäten für Familien und Kinder. „Beeindruckt hat mich hier die integrative Kraft des Schützenfests“, sagt Daniela Bleher. Das sei in einer Weise gemeinschaftsstiftend, wie sie es nicht erwartet hätte. Auch die Kombination aus Stadt und Land habe sie in Biberach als reizvoll empfunden.

Ans Herz gewachsen ist ihr in ihrer Biberacher Zeit als Pfarrerin auch die Begleitung des Winterhölzles. „Da haben wir ein tolles Team aus Ehrenamtlichen.“ Und auch die Konzertgottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche werde sie vermissen. „Das waren schöne Begegnungen mit Musikern.“

Daniela Blehers Nachfolge wird ab September Pfarrer Johannes Köhnlein antreten, der bereits zu 50 Prozent in der Heilig-Geist-Gemeinde tätig ist.

Offiziell verabschiedet wird Pfarrerin Daniela Bleher beim Gemeindefest im Grünen am Sonntag, 22. September, ab 10.30 Uhr im Hölzle.

(Foto/Text von Gerd Mägerle, Schwäbische Zeitung)