Schaukirche - Hightech in der Kirche

Die beiden Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Stefan Ruf, Daniel Moosherr (Firmae-Planwerk), Prof. Gernot Brose (Firma EBÖK), Prof. Roland Königsdorff (Hochschule Biberach), Berthold Grickscheit und Alexander Jovanovic (beide Firma Grickscheit Gebäudeautomation)

Einen Blick hinter die Kulissen werfen konnten die Teilnehmer an der Schaustelle in der Stadtpfarrkirche St. Martin. Die bei der Planung und Verwirklichung der Temperierung beteiligten Ingenieurbüros waren zugegen und standen Rede und Antwort. Für alle Beteiligten war, so das Resumee, die Stadtpfarrkirche eine sehr besondere Baustelle.

Pfarrer Heinzelmann betonte bei der Begrüßung: "Ein nahezu 700 Jahre altes Gebäude mit modernster Technologie auszurüsten bedurfte vieler Beratungen und Berechnungen. Immer galt es sowohl die Anforderungen des Denkmalschutzes, als auch die technischen Möglichkeiten sowie die Bedürfnisse der Gottesdienstbesucher zu berücksichtigen."

Keine leichte Aufgabe für das Architektenteam, entsprechend aufwändig waren die Planungsprozesse, die von Professor Roland Königsdorff von der Hochschule Biberach (Institut für Gebäude- und Energiesysteme) ehrenamtlich begleitet wurden. Für die Planung der gesamten Elektrik in der Kirche war die Firma Moosherr zuständig. Drei Kilometer Kabel wurden rückgebaut und mehr als sieben Kilometer Leitungen wurden neu verlegt. Ein Blick in die unter der Chororgel verlaufenden Kabelkanäle machte anschaulich, was im Kirchenraum selbst nicht sichtbar ist: Ein kompliziertes Leitungssystem mit unzähligen Unterverteilern. Professor Gernot Brose von der Firma ebök erläuterte die Funktion des Grundwasserwärmetauschers und die Verlegung der Heizschlangen unter dem neuen Fußbodenbelag. Dazu konnten die Besucher der Schaustelle in den Bühnenraum über der katholischen Sakristei steigen und den Grundwasserwärmetauscher des Zieh-Schluckbrunnens bestaunen. Schließlich erläuterten die beiden Fachleute der Firma Grickscheit Gebäudeautomation die Heizungssteuerung, die mithilfe eines Computers von der katholischen Sakristei überwacht werden kann. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis die Steuerungsprozesse wie gewünscht zusammenspielen. Schon jetzt lässt sich aber sagen, dass die Biberacher Stadtpfarrkirche mit einer technisch zukunftsweisenden, nachhaltigen Temperierung ausgerüstet ist. Die Erfahrungen, die in den letzten Jahre hier gemacht wurden, sind alle dokumentiert und können sicherlich auch für andere Kirchengemeinden hilfreich sein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Anlage auch auf Dauer bewährt. Auch die Vertreter der Bauhütte, Hans Beck und Uli Heinkele, sind mit dem Erreichten zufrieden und schauen bereits wieder nach vorne. Die Außenrenovierung wird voraussichtlich 2020 verwirklicht werden, weitere Spendenaktionen sind geplant. Der Getränkestand am Schützensonntag beim Tanz auf dem Marktplatz bietet eine gute Gelegenheit, sich bei einem Glas Weißwein direkt zu informieren.