Christi Himmelfahrt unter freiem Himmel: Gottesdienst im Hölzle

Erster Open-Air Gottesdienst des neuen Dekans Matthias Krack
100 Gottesdienstbesucher sind derzeit maximal zu Gottesdiensten unter freiem Himmel zugelassen. Und so viele kamen auch an Christi Himmelfahrt ins Hölzle, um dort im sicheren Abstand von 2 Metern bei strahlendem Sonnenschein zu beten und Gott zu preisen.

Vorbereitet wurde der berührende Morgen von der Hölzle-Mitarbeiterschaft unter Anleitung von Waldheimleiter Steffen Mohr und Jugendpfarrer Johannes Köhnlein. Viele freundliche Jugendliche empfingen die Besucher an der Schranke zum Hölzle. Dort wurden sie registriert, mit den Vorschriften vertraut gemacht und Hände desinfiziert. Alles war bestens präpariert und entsprach den Hygienebestimmungen.

Dass das Singen momentan nicht gestattet ist, tat dem Ganzen keinen Abbruch. Denn zehn Bläserinnen und Bläser des Evangelischen Posaunenchors musizierten für die Gläubigen und spielten Choräle zum Feiertag.

Der neue Dekan Matthias Krack, der seit Anfang Mai im Amt ist, erfüllte den Platz unter den Bäumen mit Zuversicht und Gottvertrauen. „Himmelfahrt ist ja am besten unter freiem Himmel zu feiern, inmitten dieser Natur, die vor Freude in die Hände zu klatschen scheint.“ Er nahm Bezug auf die Lesung aus dem Johannesevangelium. Dort war zu hören, dass Jesus sich von seinen Jüngern verabschiedet. „Aber nicht aus Gründen des „social distancing“ und nicht, um Abstand von den Menschen zu halten. Sondern, um durch die Rückkehr zum himmlischen Vater für alle Menschen und zu allen Zeiten da zu sein. Himmelfahrt ist eine Fahrt ins Weite.“

Krack zitierte am Ende seiner Predigt den Schweizer Theologen Karl Barth, der am Vorabend seines Todes 1968 zu seinem Freund Eduard Thurneysen am Telefon sagte: „Ja, die Welt ist dunkel...nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns. Es wird regiert!“

Jugendpfarrer Johannes Köhnlein kündigte am Ende des Gottesdienstes an, dass bis Mitte Juni möglicherweise eine Entscheidung zu erwarten sei, ob und in welcher Weise das Ferienwaldheim in diesem Sommer stattfinden kann. Es bleibt also zu hoffen, und das passte zu dieser besonderen Stimmung unter dem sonnigen, weiten Himmel.