Erste Sitzung im Gesamtkirchengemeinderat

Nachdem für Leitungsgremien die Zusammenkunft zu Besprechungen seit Kurzem wieder erlaubt ist, trat der Gesamtkirchengemeinderat der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach am vergangenen Dienstag zu seiner ersten regulären Sitzung im Martin-Luther-Gemeindehaus zusammen. Der zum Monatsbeginn ins Amt neu eingesetzte Dekan Matthias Krack sowie der neue 2. Vorsitzende, Friedrich Zügel, begrüßten die Gremiumsmitglieder, die mit großem Abstand im großen Saal zusammengekommen waren.

 
▶ Haushaltsplan 2020 Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Haushaltsplan 2020 mit einem Volumen von 5.031.310 € (Ordentlicher Haushalt: 4.842.300 €, Vermögenshaushalt: 189.010 €). Um den Haushalt ausgleichen zu können, ist eine Entnahme aus der Personalkostenrücklage in Höhe von 32.390 € erforderlich, erläuterte Kirchenpflegerin Jacqueline Tuschen.
 
▶ Sanierung Stadtpfarrkirche Sodann informierte Friedrich Zügel aus den Beratungen des Stiftungsrates der gemeinschaftlichen Kirchenpflege über den Stand der Sanierung der Stadtpfarrkirche. Der erste Bauabschnitt mit dem Ziel der Innentemperierung der Kirche ist mit einem Bauvolumen von 2,3 Mio € inzwischen fertig gestellt. Trotz vieler Spenden über die Bauhütte fehlen der evangelischen Seite hierfür Eigenmittel und wurde ein inneres Darlehen aufgenommen. Ca 25.000 € müssen die nächsten 10 Jahre hierfür zurückgezahlt werden. Nun steht der zweite Bauabschnitt – die Sanierung von Dachstuhl und Fassade – an. Gerechnet wird mit ca. 2 Mio €, die beide Konfessionen je hälftig aufbringen müssen. Gerechnet wird mit einem Zuschuss der Stadt Biberach in Höhe von 750.000 €, sodass die evangelische Seite 625.000 € aufbringen muss. An diesen Kosten wird sich die Landeskirche mit 60% (375.000 €) beteiligen. Auch sind Bundesmittel für den Denkmalschutz zugesagt, für die sich die Biberacher Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD) erfolgreich eingesetzt
haben. Am Ende bleiben für die Evangelischen in Biberach 175.000 € stehen, die mit Spenden finanziert werden müssen. Auf katholischer Seite steht ein ähnlicher Betrag. Der Verein Bauhütte hat so wieder ein sehr ambitioniertes Ziel und freut sich über alle finanziellen Unterstützungen. Trotz hoher Baukosten, die manche Sorgenfalte verursachten, konnte Friedrich Zügel auf Grund des jetzt vorliegenden Finanzierungsplans resümieren: „Die Finanzierung ist erheblich einfacher geworden.“
 
▶ Sanierung Heilig-Geist-Kirche Mehr als ein Wehrmutstropfen folgte im Gesamtkirchengemeinderat gleich hinterher. Bereits seit 2008 ist bekannt, dass sich in der Heilig-Geist-Kirche am Dach große Schäden ereignet haben, die zuletzt zur Schließung der Kirche geführt haben. 621.911 € ist die Kostenschätzung, um die Dachkonstruktion (Bockshaut und Stuckdecke) zu sanieren. Das Bauprojekt leidet unter der inneren Konkurrenz mit der Stadtpfarrkirche. Nun aber hat sich erneut das Denkmalamt eingeschaltet und auf eine baldige Sanierung gedrängt, die jetzt für September 2020 geplant ist.  Nach Abzug von Fördermittel des Denkmalschutzes, der Landeskirche und des Kirchenbezirks muss die Gesamtkirchengemeinde 181.441 € aus Eigenmitteln aufbringen. Davon sind bisher erst 81.000 € vorhanden. Es fehlen also auch hierfür noch 100.000 €, für die um Spenden geben wird.
 
▶ Hölzle Jugendreferent Steffen Mohr und Jugendpfarrer Johannes Köhnlein informierten das Gremium über den Stand des Ferienwaldheims Hölzle. Über 900 Anmeldungen liegen vor. Ob aber das Hölzle wie gewohnt stattfinden kann, ist eher ungewiss.  Dafür aber genehmigte der Gesamtkirchengemeinderat die Vorziehung eines Bauprojekts des Jugendwerks im Hölzle auf Sommer 2020. So wird dort der „Kindergarten“ renoviert und eine neue Blockhütte dazugebaut, um dem Raumbedarf Herr zu werden.  Die erforderlichen Mittel in Höhe von 175.000 € kann der Hölzleverein mit bereits eingesammelten Spenden finanzieren.

Text Pfarrer Peter Schmogro, Friedenskirche Biberach