Gottesdienst für das Schuljahresende fürs Zuhause feiern.

Gottesdienst für das Schuljahresende fürs Zuhause feiern.

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

eigentlich wollten wir gemeinsam einen schönen Schuljahresabschlussgottesdienst feiern. Doch dieses Jahr ist vieles anders und manches leider nicht möglich. Wenn Ihr und Sie Lust haben, dann feiern Sie doch Gottesdienst zu Hause.

Wir wünschen euch und Ihnen einen schönen Gottesdienst und tolle Ferien!

Eure Michaela Heger, Pfarrer Gerhard Bundschuh und Pfarrer Thomas Breitkreuz

Vorbereitung: 

·       Sucht euch einen gemütlichen und stillen Raum.

·       Ihr benötigt eine Kerze und Streichhölzer

·       Überlegt euch, wer lesen mag.

Begrüßung

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Wir zünden eine Kerze an.

So einen Schuljahresabschlussgottesdienst gab es noch nie. Aber das passt zum Schuljahr, denn so ein Schuljahr gab es ja auch noch nie: Homeschooling, Abstand halten, Maske tragen und lange Zeit keine Freunde treffen. Obwohl vieles anders ist, Gott ist da. Zu ihm bringen wir unsere Fragen und unsere Gedanken.

Lied: Er hält die ganze Welt

Video und Liedtext: www.youtube.com/watch

Oder mit Google suchen…

Gebet:

Leser 1: Gott, wir danken Dir, dass wir jetzt Gottesdienst feiern können. Du weißt, wie die letzten Wochen waren. Du weißt, was uns bedrückt hat und womit wir uns nicht wohl gefühlt haben. Du weißt, was besonders war. Du weißt, was wir uns wünschen und auf was wir uns freuen.

Leser 2: Jesus, du weißt auch, was wir falsch gemacht haben und was wir bereuen. Vergib uns und hilf, dass wir vergeben. Lass uns das Schuljahr zu einem guten Ende bringen, damit wir Kraft haben für die Sommerferien und danach für einen Neuanfang im neuen Schuljahr.

Leser 3: Heiliger Geist, wir bitten Dich, sei bei uns in diesem Gottesdienst. Lass uns spüren, dass wir als Familie und als Schulklasse eine Gemeinschaft sind. Wir sind alle in Deiner Hand, jetzt und immer. Amen.

Bildbetrachtung

Auf der rechten Seite seht ihr ein Bild vom Schiefen Turm von Pisa. Der passt zu diesem Schuljahr, denn da ist auch so einiges in Schieflage geraten. Geplant war das Schuljahr anders. Wisst ihr noch?

·       Eigentlich wollten wir jeden Tag in die Schule gehen.

·       Wir hatten einen schönen Ausflug geplant.

·       Die Bundesjugendspiele mussten Ausfallen.

·       Ich hatte mir schon etwas Schönes für die Projekttage ausgewählt.

·       Manche wollten ins Schullandheim

·       Mama und Papa hatten nicht vor, plötzlich Lehrerin und Lehrer zu sein.

o   Was ist bei euch in diesem Schuljahr noch alles anders geworden?

Auch die Bauleute in Pisa hatten große Pläne. Der Turm sollte hundert Meter hoch werden. Aber schon bei dem zweiten Stockwerk haben sie bemerkt, dass das Fundament absank. Alles musste gestoppt werden. Es gab ein Lockdown, so wie die Schulschließung bei uns.

Schulschließung – das klang zuerst wie ein paar tolle, schulfreie Tage. Doch alle mussten zuhause bleiben und arbeiten: Lesen, Schreiben, Rechnen – alles ohne Lehrerin oder Lehrer, der die Dinge geduldig erklären kann. Auch

durften wir alle für viele Wochen keine Freundinnen und Freunde mehr sehen.

Dazu kamen die Bilder aus anderen Ländern und wir haben begriffen, wie gefährlich diese Krankheit sein kann. Auf der ganzen Welt sind schon über 600 000 Menschen an der Krankheit gestorben.  Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt, dass alles funktioniert. Irgendwie fühlt sich das schief an.

Bibeltext (Matthäusevangelium 7,24-27):

Das Leben ist eine Baustelle, so sagen es viele Menschen. In der Bibel wird oft von Baustellen berichtet. Auch Jesus war von Beruf Zimmermann. Die Menschen, die an Jesus glauben, sagen: „Wir bauen am Reich Gottes“. Wir bauen an unserer Persönlichkeit, an Zukunftsplänen, an unserer Gemeinschaft und Gesellschaft.

Worauf kommt es da an, damit es nicht schiefgeht? Jesus erklärt was helfen kann, damit aus einer Baustelle keine Baukrise wird: Jesus sagt:

Es war einmal ein Mann, der beschloss: “Ich will mir ein Haus bauen. Ich werde es auf Felsboden stellen, da steht es gut und sicher.“ Also schaufelte er sich mühsam durch den harten Boden, bis hinab zum Felsen, und hier legte er den Grundstein für sein Haus. Als das Haus fertig war, kam ein strömender Regen und tosender Sturmwind und reißende Wasserströme umspülten das Haus. Aber das Haus wurde nicht erschüttert, weil es fest auf Felsen stand.

„Wenn ihr auf mich hört und meine Worte beherzigt“, sagte Jesus, „dann seid ihr wie dieser Mann.“

Ein zweiter Mann sagte sich:“ Ich will mir ein Haus bauen. Ich werde es auf Sand stellen, dann kann ich leichter graben und bin schneller fertig.“ Tatsächlich stand sein Haus bald da. Dann kam ein strömender Regen und tosender Sturmwind und reißende Wasserströme umspülten das Haus. Mit einem ohrenbetäubenden KRRRACH!! Stürzte das Haus ein!

„Wenn ihr mich hört, aber meine Worte euch egal sind“, sagte Jesus, „dann seid ihr wie dieser Mann.“

Was trägt uns, wenn etwas einbricht oder wegbricht?

Habt Ihr es gemerkt? Auch hier geht es um das Fundament: Am besten, man baut auf Fels, dann kann nichts passieren. Auf Sand zu bauen ist keine gute Idee, das hat man in Pisa gemerkt.

In den letzten Wochen haben wir erlebt, was nicht gehalten hat und was felsenfest getragen hat. Wie war es bei Euch?

Manchen hat der Kontakt zu Freunden geholfen. Es war schön miteinander zu telefonieren. Ohne die Unterstützung der Eltern wären wir nicht weit gekommen. Das wir wieder in die Schule durften, war das Allerbeste. Zwar mit Maske und Abstand, aber immerhin. Manchen hat es geholfen in die Natur zu gehen, Trampolin zu springen, zu laufen und Fahrrad zu fahren. Andere haben lieber Musik gehört oder selbst Musik gemacht. Für alles was uns getragen hat sind wir dankbar. Es ist wirklich wertvoll und wichtig.

Wir haben aber auch bemerkt, was nicht belastbar ist und worauf kein Verlass ist. Wir haben die Erwachsenen beobachtet: Die Politiker, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitung, die Eltern…

·       Was hat euch beeindruckt? Was war so, dass ihr sagt: „So möchte ich auch einmal werden.“

·       Wo seid ihr erschrocken? Weil Menschen sich völlig verändert haben und wenig da war, was sie gehalten hat?

Stille zum Nachdenken

All das können wir nicht einfach wieder grade rücken. Was haben die Menschen damals in Pisa gemacht? 100 Jahre nichts! 100 Jahre erst einmal den Schock verdaut. Dann haben sie dazugelernt, neu geplant und weitergebaut. So wurde trotz allem etwas Schönes daraus. Heute ist der Schiefe Turm von Pisa weltbekannt. Viele Menschen reisen dort hin, um den Turm zu sehen.

Wir benötigen hoffentlich keine 100 Jahre. Aber wir brauchen genug Zeit, damit wir ernst nehmen, was war und gut planen, wie es weitergehen kann. Niemand kann mit allem allein fertig werden. Darum ist es wichtig, dass wir miteinander reden. Sucht euch Menschen, die euch ernst nehmen. Sucht euch Menschen, die wollen, dass euer Leben und diese große Baustelle gelingen.

Viele Christinnen und Christen haben in den letzten Wochen gespürt: „Das Fundament für meine Seele ist der Glaube an Gott.“ Manche wussten gar nicht, dass sie den Glauben in sich haben. Aber als es drauf ankam war der Glaube da: Die Worte aus der Bibel, die Gebete, die Lieder, die Geschichten von Gott. Der Glaube an Gott hat sie gehalten und sie konnten gelassener mit der Krise umgehen. Auch wenn viel schief geht gibt es in ihrem Leben einen Felsen, auf dem sie sicher stehen. Sie haben erfahren, dass sie gehalten werden. Daher mussten sie nicht ständig an sich selbst denken. Sie konnten sich auch um andere kümmern und ihnen Gutes tun.

Das Schuljahr lässt sich nicht rückgängig machen. Wem das Fundament weggebrochen ist, braucht Zeit um neu zu planen und um neu zu bauen. Der Schiefe Turm steht für die Hoffnung: Jesus will, dass unser Leben gelingt. Der Turm ist nicht perfekt, aber die Richtung stimmt. Er zeigt nach oben, Richtung Himmel.

Der Turm in Pisa wurde am Ende fertig. Die Menschen in Pisa haben es geschafft, das Beste draus zu machen. Bis heute sieht man, dass da eine Krise war. Es kann sein, dass man so einen Knick bei uns allen merkt. Aber die Kunst war weiterzumachen und nicht aufzugeben. So wurde in Pisa am Ende etwas Besonderes daraus. Es ist kein Turm wie alle anderen. Aber es ist ein Turm, der in den Himmel ragt.

Wenn wir unser Leben auf ein festes Fundament bauen – auf den Glauben an Gott – wird unser Leben gelingen und Richtung Himmel zeigen.

Gebet

Leser 1: Gott, wir bitten für alle Schülerinnen und Schüler: Sei bei uns, gib uns Halt und das Vertrauen, dass es mit unserem Leben gut weitergeht. Du hältst uns in deiner Hand und bist ein gutes Fundament für unser Leben. Sei du bei uns und gib uns eine gute Orientierung.

Leser 2: Jesus, du weißt, wie sich Menschen fühlen, die an ihre Grenzen kommen. Wir bitten dich für alle, bei denen in diesem Schuljahr viel schiefgegangen ist. Sei bei ihnen und schicke ihnen Menschen, die ihnen helfen.

Leser 3: Heiliger Geist, sei bei allen Menschen, die Gutes wollen. Bringe sie zusammen, denn gemeinsam schafft man mehr als allein. Wir bitten für die Familien, für Gruppen, für Gemeinden, für unsere Gesellschaft: Stärke die Menschen, die den Frieden wollen und die Rücksicht auf andere nehmen.

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Lied: Vom Anfang bis zum Ende

Auf Youtube mit Text: www.youtube.com/watch

Oder mit Google suchen: Vom Anfang bis zum Ende

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.

Das gewähre uns der allmächtige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

 

 

Weitere Ideen

Wer malt das schönste Bild eines schiefen Turms? Wer mag kann auch das Bild vom Schiefen Turm auf der dritten Seite anmalen.

Spielideen:

·       Jenga – Geschicklichkeitsspiel zum Turmbauen

·       Streichholzturm: Ihr braucht dazu eine leere Glasflasche und Streichhölzer. Jede Person bekommt zehn Streichhölzer. Reihum dürft ihr jeweils ein Streichholz oben auf die Flaschenöffnung legen, so entsteht ein Turm. Wenn bei einer Person Streichhölzer herunterfallen, so muss diese Person die heruntergefallenen Streichhölzer aufheben. Wer zuerst alle Streichhölzer verbaut hat, hat gewonnen. Weitere Schwierigkeitsstufen: Die Mitspielerinnen und Mitspieler bekommen mehr als zehn Streichhölzer. Oder: Die Flasche wird auf einen schrägen Untergrund gestellt, wie beim Schiefen Turm von Pisa.

·       Wer baut den höchsten Turm? Klärt vorher ab, was alles zum Turmbau verwendet werden darf – Lego, Bauklötzchen, Pappkartons, alte Zeitungen und Tesa…

Bastelidee:

·       Bemalt die Papprolle einer Küchenpapierrolle als schönen Turm. Nehmt nun eine Schere und schneidet den Turm (die Küchenrolle) unten so ab, dass es schief steht. Wann kippt der Turm um?

 

 

 

 

Quelle: www.rpz-heilsbronn.de/Dateien/Materialien/Gottesdienste/kemnitzer-luebke_was-traegt.pdf

Überarbeitet und Ergänzt von Michaela Heger, Gerhard Bundschuh und Thomas Breitkreuz

Ferien

alternativer Schuljahresabschluss