Aktion „Stummer Stuhl“ - Versöhnungskirche Ummendorf

Aktion Stummer Stuhl (gestaltet von Vilja Steib, Foto Muriel Sender)

Ein „stummer Stuhl“ für Geflüchtete steht auch vor der evangelischen Versöhnungskirche.
Er ist symbolisch für die Aufnahmebereitschaft und Hilfestellung, die die Gemeinde seit 2015 mit dem Begegnungscafé für Geflüchtete und Einheimische bietet.
Es ist ein sehr einfacher Stuhl, künstlerisch gestaltet von Vilja Steib, um an die Menschen zu erinnern, die auf einer oft monatelangen Flucht vermutlich ganz selten eine Sitzgelegenheit hatten, wie uns z.B. die Bilder der Lager auf Lesbos zeigen.
Der Stuhl trägt auch die Hoffnungen und Ängste, die sie bei sich trugen.

Manche Leute meinen, wir böten ihnen eine Hängematte, in der sie sich auf unsere Kosten ausruhen. Wir haben die zu uns nach Ummendorf Geflüchteten ganz überwiegend als Menschen kennengelernt, die anfangs viel Hilfe brauchen – im übertragenen Sinne einen Stuhl. Aber dann möchten sie aufstehen, Ausbildung und Arbeit finden und sich bei uns einfinden. Das ist vielen schon gelungen. Darüber freuen wir uns sehr. Und die meisten haben inzwischen einen eigenen Stuhl.

Vor der ev. Kirche finden Sie am Stuhl und im Aushang einen Begleittext
zur Aktion und ein Fürbittengebet:

Gott, du bist Flüchtling gewesen in dem kleinen Kind aus der Krippe auf dem Weg nach Ägypten.
Wir bitten dich für alle, die auf der Flucht sind vor Verfolgung, vor Not und Hoffnungslosigkeit.

Gott, du hast dein Volk 40 Jahre durch die Wüste geführt.
Wir bitten dich für alle, die in den Wüsten ausgesetzt werden, die verloren gehen im Niemandsland zwischen den Grenzen.

Gott, du hast die Väter und Mütter zum Aufbruch gerufen in ein neues, gesegnetes Land.
Wir bitten dich für alle, die den Mut haben aufzubrechen in ein neues Land, in dem sie Zukunft finden wollen.

Gott, du herrschst über das ungestüme Meer, du stillst seine Wellen, wenn sie sich erheben.
Wir bitten dich für alle, die hilflos auf den Meeren treiben und in den Wellen versinken.

Gott, du zerteiltest das Meer und ließest das Volk hindurchziehen und stelltest das Wasser fest wie eine Mauer. Wir bitten dich für alle, für die das Meer voller Mauern ist, weil wir sie nicht hindurchziehen lassen.

Gott, du hast uns die Flüchtlinge als unsere Nächsten anbefohlen.
Wir bitten dich für uns alle, die wir für sie Verantwortung tragen.