50 Jahre Friedenskirche

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am 21. Februar 2016 die Friedenskirche beim Jubiläumsgottesdienst  der Gesamtkirchengemeinde aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Kirchenbaus. Kirchenchor und Neuer Chor unter der Leitung von Kantorin Mechthild Lange eröffneten sangesstark die Feier. Einen ersten Beifall gab es, als Pfarrerin Birgit Schmogro in die Runde fragte, wer von den Anwesenden bereits vor 50 Jahren dabei war. Ein Raunen ging durch die Kirche, als plötzlich erstaunlich viele Gottesdienstbesucher sich von ihren Plätzen erhoben und sich als Zeitzeugen der ersten Stunde zu erkennen gaben. Auch der Erbauer der Kirche, Architekt Werner Rothenbacher, und Pfarrer i.R. Eberhard Göhner, der nach Pfr. Eberhard Blum zweiter Pfarrer auf dieser Pfarrstelle war, konnten unter den Gästen begrüßt werden. Nach einer ersten Einführung in die Entstehungsgeschichte der Friedenskirche durch Dr. Rudolf Metzger, den ersten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats, folgten vier Kurzpredigten. Pfarrerin Birgit und Pfarrer Peter Schmogro griffen einen Brief aus dem Jahr 1962 von Pauline Graupner auf, in dem „Friedenskirche“ erstmals als Name für die Kirche vorgeschlagen wurde mit der Begründung, dass Kirche in einer Welt der „äußeren und inneren Friedlosigkeit“ für den Frieden mit und in Gott einzutreten habe. Baubürgermeister Christian Kuhlmann, der für den erkrankten Oberbürgermeister Norbert Zeidler an die Kanzel ging, hob in seiner Predigt die Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft hervor: so sei besonders das soziale und diakonische Engagement der Kirche zu nennen. In einem zweiten Gedankengang betonte er aber dann die spirituell-seelsorgerliche Dimension kirchlichen Redens und Handelns, die sonst von keiner anderen Einrichtung in der Gesellschaft so in dieser Weise wahrgenommen werde. Dabei hielt er ein Plädoyer für mehr ökumenische Offenheit: So wie es zwar unterschiedliche Smartphone-Betriebssysteme gebe, die aber alle nur auf einem Binär-Code-System beruhen, so müssten sich Konfessionen und Religionen daran erinnern lassen, dass sie zwar alle unterschiedliche Ausprägungen – „Betriebssysteme“ – haben, über die man sich trefflich streiten könne. Aber alle beruhen auf dem einen „Binär-Code“, dem Glauben an Gott. Dieses gemeinsam Verbindende müsse kirchen- und religionsübergreifend gesucht werden.

Wohin es in den nächsten 50 Jahren mit der Kirche geht, war die Fragestellung in Dekan Hellger Koepffs Kurzpredigt. Er wolle keine Zahlenprognosen vorlegen, äußerte der Dekan. Stattdessen beschrieb er bildhaft, wie Kirchen auch in Zukunft immer „Treppenhäuser“ zu Gott sein werden. Und auch in Zukunft werde es Aufgabe der Kirche sein, Menschen bei ihrer Suche nach Gott zu begleiten, ohne selbst auf alles immer schon eine Antwort parat zu haben.
Auf den schnellen Wechsel der Kurzprediger folgten noch kurztaktiger 14 Statements von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus ganz unterschiedlichen Aufgabenfeldern der Gemeindearbeit, die knapp und bündig und authentisch ihre ganz persönliche Motivation benannten, warum sie sich mit Überzeugung in der Kirchengemeinde engagieren.

Und nach dem Gottesdienst blieben die meisten Besucherinnen und Besucher noch lange im Kirchenraum, ließen sich die Leckereien vom Buffet schmecken und bestaunten die 18-teilige Ausstellung zur 50-jährigen Geschichte der Friedenskirche, die von Steffen Dietze gekonnt gestaltet wurde.


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