Ge­mein­de schließt Fi­nanz­lü­cke für neu­es Kir­chen­dach

Ummendorfer Rat befürwortet mehrheitlich Zuschuss an die Versöhnungskirche

Ummendorf - Die Sanierung des Dachs der evangelischen Versöhnungskirche in Ummendorf rückt in greifbare Nähe. Die bürgerliche Gemeinde gewährt der Kirche einen Zuschuss über bis zu 20 000 Euro.

10 000 Euro gibt die Gemeinde gleich frei, weitere 10 000 Euro können nach Abrechnung der Baukosten fließen, sofern sie nicht durch weitere Spenden gedeckt werden. "Damit es zu keiner Überfinanzierung kommt", begründete Bürgermeister Klaus Bernd Reichert diesen Vorschlag. Vor Weihnachten hatte Pfarrerin Andrea Luiking die Finanzierungslücke auf 22 000 Euro bei geschätzten Kosten von 220 000 Euro beziffert. Die Landeskirche und der Kirchenbezirk beteiligen sich, die Kirchengemeinde greift in ihr Sparschwein und hatte bis Weihnachten obendrein circa 47 000 Euro an Spenden gesammelt.

Die bürgerliche Gemeinde verbindet ihre Zusage mit dem Wunsch, dass eine Zweckbestimmungsklausel im Kaufvertrag von 1979 für das Grundstück neben dem evangelischen Kindergarten angepasst wird und die Gemeinde darüber frei verfügen kann. Dies ist einer von mehreren denkbaren Standorten für eine Flüchtlingsunterkunft.

Der Beschluss fiel bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung. Ulf Politz und Simon Özkeles wandten sich aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Finanzspritze: Sie pochten auf die Trennung von Staat und Kirche. Es sei nicht Aufgabe der weltlichen Gemeinde und damit auch nicht christlicher Steuerzahler, kirchliche Gebäude sanieren zu helfen, sagten die beiden.

Demgegenüber verwies Elisabeth Köberle auf das gute Miteinander und sagte, zur Gesamtgemeinde gehöre beides. Ähnlich strich Reichert die vielen Berührungspunkte etwa bei Kindergärten oder in der Flüchtlingsarbeit heraus und sagte an Politz und Özkeles gewandt: "Ich respektiere Ihre Meinung. Aber wenn wir in einer Gemeinde unserer Größe nicht an einem Strang ziehen, dann gute Nacht." Es gehe um ein Geben und Nehmen. Thomas Dörflinger befürwortete die freiwillige Gabe, aber ausdrücklich auch die Kopplung mit der genannten Grundstücksfrage.