Fe­ri­en­frei­zei­ten sind bei Kin­dern im­mer noch be­liebt

Anmeldezahlen gehen teilweise zurück - Angebote im Kreis Biberach sind mehr als ausreichend - Konzept muss stimmen

Pizzabacken ist einer der Höhepunkte, der im Hölzle immer für Begeisterung sorgt. SZ-ARCHIVFOTO: CHRISTIAN WALTER

Biberach - Geht es um Ferienfreizeitangebote für Kinder und Jugendliche, kann sich der Landkreis Biberach sehen lassen. Von Hölzle über Paradiesle und Warapu bis hin zur Gigelesfreizeit und Pfingstzeltlager gibt es einige Angebote, zwischen denen sich die Eltern entscheiden können. Die Gigelesfreizeit wird es, wie bereits berichtet, zumindest dieses Jahr nicht geben. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Laut Hauptorganisatorin Mabel Engler sind es unter anderem die Kinderzahlen, die zurückgegangen sind, und auch die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer.

Ähnliches bekommen auch die Organisatoren vom Pfingstzeltlager des Turngaus Biberach zu spüren. Sie haben ebenfalls mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen. Im Jahr 1993 waren es noch 400 Anmeldungen, 2003 dann noch 183. Im vergangenen Jahr hatten sich nur 70 Kinder und Jugendliche angemeldet, um fünf Tage in den Pfingstferien in einem Zeltlager zu verbringen. Um das Zeltlager effektiv zu betreiben, müssten es aber mindestens 100 Teilnehmer sein.

Haupturlaubszeit verlagert sich

Den Hauptgrund sieht Inge Bopp, Leiterin des Lagers, in der Verschiebung der Haupturlaubszeit. Diese sei nicht mehr im Sommer, sondern eben an Pfingsten. Es hat sich auch die Grundlage des Camps geändert. "Eigentlich war das Camp zum Kennenlernen der anderen Vereine im Turngau gedacht, daran besteht aber scheinbar kein Interesse mehr", sagt Inge Bopp. Vielmehr würden eigene Camps der Vereine gegründet. Durch die geringere Teilnehmerzahl hat es einige Änderungen gegeben. "Wir machen in diesem Jahr mehr Werbung und intensivieren das Programm", sagt Bopp. Kein Problem gebe es bei der Anzahl der Betreuer, es hätten sich auch in diesem Jahr wieder viele Helfer gefunden.
Auch das Ferienwaldlager Hölzle hat seine Mitarbeiter für diesen Sommer schon zusammen. "Was die Mitarbeiter im pädagogischen Bereich angeht, war es dieses Jahr sensationell", sagt Steffen Mohr, Waldheimleiter und Jugendreferent des evangelischen Jugendwerks. Nur für die Küche werden noch Leute gesucht, "aber das dürfte kein Problem werden". Was die Kinderanzahl angeht, kann sich Steffen Mohr nicht beklagen: "Im Hölzle haben wir seit Jahren konstant immer mehr als 1000 Anmeldungen." Dass es die Gigelesfreizeit 2016 nicht geben wird, bedauert der Waldheimleiter: "Das ist natürlich sehr schade, zumal ich selbst auf dem Gigelberg wohne." So richtig vergleichen könne man die beiden Freizeiten allerdings nicht: "Die Gigelesfreizeit hat ein ganz anderes Konzept."

Die einzige Sorge, die Steffen Mohr trotz allem hat, ist die steigende Anzahl weiterer Freizeitangebote. "Momentan nehmen sich die etablierten Freizeiten wie Paradiesle, Warapu und Hölzle keine Kinder weg", so Mohr. "Aber natürlich ist die Summe der Kinder begrenzt und wenn in Zukunft mehr Firmen eigene Freizeiten anbieten, könnte das vielleicht zu einem Problem werden."

Für Daniel Rapp, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Warapu, läuft das gleichnamige Ferienlager besser denn je. "Bei uns gibt es viel Zulauf, es kommen jedes Jahr noch mehr Kinder." Im Schnitt melden sich zum Ferienlager in Laupertshausen, das immer in den ersten beiden Sommerferienwochen stattfindet, 300 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren an. Das Warapu gibt es bereits seit 15 Jahren. Laut Daniel Rapp werde die Nachfrage nach Ferienlagern immer größer: "Vor allem berufstätige Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder in den Ferien voll betreut sind." Und das könne das Warapu bieten. Out seien Ferienfreizeiten jedenfalls noch lange nicht. "Mit dem richtigen Konzept funktioniert es sehr gut", so Rapp.

Das Pfingstzeltlager findet in diesem Jahr von 23. bis 27. Mai statt, anmelden können sich Interessierte unter

Der Anmeldetag beim Hölzle ist der 16. März.