Evangelischer Posaunenchor feiert 100-jähriges Bestehen

Bei einem Festgottesdienst geht der Blick nicht nur nach hinten: Warum das Ensemble eine gute Zukunft hat.
Biberach - Ein würdiger Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Evangelischen Posaunenchors: Beim Festgottesdienst war die Stadtpfarrkirche St. Martin von vielen Gläubigen, evangelischen und katholischen, gut besucht. Den Gottesdienst zelebrierten die Pfarrer Dekan Hellger Koepff, Ulrich Heinzelmann, Peter Schmogro und Johannes Schüz.

Das Thema „Lobt Gott mit Posaunen“ (Psalm 150) griff Heinzelmann in seiner Predigt auf, erläuterte die historische Bedeutung der Posaunen vom „Widderhorn“, das nach dem Alten Testament die Mauern von Jericho zum Einstürzen gebracht hat, bis zum Auferstehungsweckruf in der Ewigkeit.

Sonntäglicher Weckruf


Einen sonntäglichen Weckruf mit Posaunen gibt es noch in einigen Städten, dieser soll erinnern, dass der Sonntag ein besonderer Tag für alle ist. Heinzelmann und die Dirigentin Katharina Bickel - sie dirigierte mit roten Handschuhen, damit die Posaunisten sie besser sehen konnten - wiesen auf die enge Verbindung der evangelischen Christen zur Posaune hin und die große Bedeutung von J. S. Bach. Dies wurde auch deutlich im Eingangslied von Bach „Nun danket alle Gott“, das mit Posaunenchor und Orgel (Ulrike Werthmann) mit kräftiger Unterstützung der vielen Gläubigen gesungen wurde. Das Chormitglied Boris Ferger skizzierte die Anfänge und Verläufe des evangelischen Biberacher Posaunenchors von der Gründung 1919 bis heute. Der Chor besteht nicht nur aus evangelischen Christen, auch Katholiken sind dabei. Die Dirigentin ist Katholikin, hier ist Ökumene pur. „Im Chor sind 32 aktive Bläser, die Altersspanne reicht vom neunjährigen Henning Ribbert bis zum 84-jährigen Roland Limprecht. Wichtig ist für uns die Jugendarbeit unter Leitung von Ralf Grunwald, die gute Früchte trägt, denn ohne Jungbläser hätte der Chor keine Zukunft“, so Ferger. Dies unterstrich auch Kulturdezernent Jörg Riedlbauer und Koepff sagte: „Unser Posaunenchor hat Zukunft.“ Landrat Heiko Schmid äußerte sich begeistert über den Gottesdienst. Katharina Bickel fügte noch hinzu: „Diese Arbeit ist für mich Gotteslob und Bach ist für die evangelischen Christen besonders bedeutsam, er hat die Theologie in Musik gegossen.“

Die Organisation lag wieder bei Daniela Schmid, die bereits das 90-Jahr-Jubiläum organisiert hatte und die leuchtend roten Krawatten mit Notenschlüsselapplikationen aussuchte.

Bildunterschrift: Den Gottesdienst zum Jubiläum des Posaunenchors unter Leitung von Katharina Bickel gestalteten Peter Schmogro (am Altar) sowie (von links) Ulrich Heinzelmann, Johannes Schüz und Dekan Hellger Koepff. (Foto: Helmut Lange)

Text/Foto Helmut Lange