Die Schlußsteine im Gewölbe

 

Eingangsreihe nach Westen (1-5):

„Wie die Kranken durch Jesus Christus selbst empfangen werden“.

 

Jesus, der göttliche Sohn (1) und selbst Schmerzerprobte empfängt den kranken Gast (5); der Kranke selbst ist ihm so wertvoll wie Gold, Weihrauch und Myrrhe (2-4) der Könige, die bei seiner Geburt (Matthäus 2) zu ihm ziehen.

Mittlere Reihe (6-10):

„Die Schutzmächte, denen die Kranken anempfohlen sind“.


Die kranken und armen Bewohner des Spitals sind unter dem besonderen Schutz der Stifter (6), der freien Reichsstadt Biberach (7), des Kaisers als Schutzherrn der Stadt (8), des siegreichen Lammes Christus (9, zugleich Spitalwappentier) und des todesbesiegenden, auferstehenden Christus (10). Diese Schutzmächte stellen eine „aufsteigende Linie“ der Macht dar.

Altarreihe nach Osten (11-16):

„Die sechs Werke der Barmherzigkeit, die Jesus Christus uns aufgetragen hat“


Der Zyklus nimmt Jesu Gleichnis vom großen Weltgericht Matthäus 25 auf, in dem er die Werke der Barmherzigkeit als wahren Gottes- und Christusdienst darstellt: Die Lahmen begleiten (11, mit Jahreszahl 1472), die Nackten bekleiden (12), die Hungrigen speisen (12, vor dem Altar, an dem das Brot des Lebens gereicht wird), die Betrübten trösten (14), die Durstigen tränken (15) und die Kranken pflegen (16), über dem Altar, dem zentralen Ort des Raumes, der dennoch aus dem Raum hinausweist nach Osten, dem Licht des Auferstehungsmorgen entgegen.

 

Die Glasfenster der Spitalkirche

VII. Die Symbole der vier Evangelisten

Entwürfe von Kohler und R. Yelin jr. 1929/30


Die von Biberacher Familien und Nachbargemeinden gestifteten Fenster zeigen einen ausgewählten Zyklus aus dem Leben Jesu. Der Zyklus beginnt mit dem linken Fenster der östlichen Raumseite.

 

  • I Jesu Geburt im Stall und Engelsbotschaft an die Hirten (Lukas 2)
  • II Jesu Kindheit; Flucht nach Ägypten, 12-jährig als Lehrer im Tempel von Jerusalem (Matthäus 2,13ff und Lukas 2, 41ff)
  • III 3 Szenen in der Altarnische: Sündenfall des „ersten Adam“ und Vertreibung aus dem Paradies; Taufe Jesu, des „neuen Adam“; Tanz ums Goldene Kalb als die „zweite Ursünde“, die Verletzung des 1. Gebots (1. Mose 3, Markus 1, 2. Mose 32)
  • IV Kindersegnung (Markus 10) und Erweckung des Sohnes der Witwe in Nain (Lukas 7)
  • V Gleichnisse vom reichen Mann und dem Armen Lazarus (Lukas 16)
    und vom Barmherzigen Samariter (Lukas 16)
  • VI Auferweckung des Lazarus (Johannes 11)
    und Einzug in Jerusalem am „Palmensonntag“ (Matthäus 21)
  • VII Fenster mit den vier Evangelisten-Symbolen Mensch (Matthäus), Löwe (Markus), Stier (Lukas), Adler (Johannes)
  • VIII Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern (Abendmahl Markus 14)
    und sein Gebet im Garten Gethsemane vor der Festnahme (Markus 14)
  • IX Jesus am Kreuz mit der Mutter Maria und dem Lieblingsjünger (Johannes 19), seine Auferweckung an Ostern (Matthäus 28)