Beitritt der Evang. Versöhnungskirche zur Initiative Regenbogen

Der Kirchengemeinderat der Versöhnungskirche hat in der Sitzung am 23. Januar 2018 einstimmig entschieden, im Blick auf die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren eine klare Position einzunehmen. Auslöser war die sehr knappe Entscheidung der Landessynode im Herbst 2017, eine Segnung im Rahmen eines Gottesdienstes, die in allen anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland in unterschiedlicher Weise möglich ist, nicht zuzulassen.

Der Kirchengemeinderat der Versöhnungskirche hat sich im Gremium und in Gesprächen mit vielen Menschen und auch mit Fachleuten mit der Frage ausführlich auseinandergesetzt. Dabei war es ein Gesichtspunkt, wie dieses Signal der Kirche bei gleichgeschlechtlich Liebenden und darüber hinaus wahrgenommen wird. Mitentscheidend waren natürlich auch die Auslegungsmöglichkeit der Bibelstellen, die es zum Thema gibt, die eigenen Zugänge wie auch die durch die Wissenschaft gewonnenen Erkenntnisse über geschlechtliche Identitäten.

Uns ist es wichtig, mit unserer Positionierung gleichgeschlechtlich Liebenden das Signal zu geben, dass wir der festen Überzeugung sind, dass ihre Liebe und ihre verlässliche Bindung durch die Ehe von Gott gesegnet wird.

Wir teilen das evangelische Verständnis von Ehesegnung als Gottes Zusage, dass er diese Verbindung zwischen zwei Menschen für sie und ihr Umfeld zum Segen werden lassen will. Segen bedeutet, dass Gott schenken möchte, dass das, was wir Menschen einander versprechen und miteinander gestalten, lebensdienlich werden kann.

Als KGR der Versöhnungskirche sagen wir mit dem Beitritt zur Initiative Regenbogen, die von Pfarrer*innen der württembergischen Landeskirche gegründet wurde, dass wir alle Menschen in unserer Gemeinde willkommen heißen, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität.

Außerdem unterstützen wir, was sich die Initiative zum Ziel gesetzt hat. Es ist eine Aufforderung an die Kirchenleitung, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Ehepaare und das Zusammenleben von Pfarrerinnen und Pfarrern mit ihrer Partnerin/ihrem Partner im Pfarrhaus.
Wir sind uns bewusst, dass nicht alle Christinnen und Christen in unserer Landeskirche diese Position teilen und hoffen, dass es möglich ist, diese unterschiedlichen Positionen miteinander auszuhalten und in eine Rechtsform zu bringen, die diese Positionen nebeneinander möglich macht.
Wir hoffen, dass auch die weiteren Gespräche zu dieser Frage in unserer Gemeinde mit gegenseitigem Respekt und Achtsamkeit für die persönlichen Geschichten hinter den Positionen geschehen kann.
Der Kirchengemeinderat der Versöhnungskirche, Januar 2018

Die Versöhnungskirche lädt herzlich ein zu einem Abend zum Gespräch und zu Information zum Thema am 14. März, 20 Uhr.