Die Evangelische Spitalkirche in Biberach

Außenansicht der Evangelischen Spitalkirche

1239 wurde in Biberach ein Spital gegründet, das (wie im 13 Jahrhundert weit verbreitet) den Namen „zum Heiligen Geist“ erhielt. Geistlich begründete Armen- und Kranken-

pflege sowie weltliche Fürsorge über die entstehenden weitreichenden Besitztümer griffen von Anfang an ineinander. Seit 1319 wurde „der Spital“ vom Platz der heutigen Heilig-Geist-Kirche (im evangelischen Friedhof) innerhalb der Stadtmauern verlegt.

 

Durch Vermächtnisse und Erbschaften der Spitalinsassen, die im übrigen für „Gotteslohn“ versorgt wurden, kam der Spital zu beträchtlichen Reichtum, der bis heute in der Spitalstiftung zugunsten der Städtischen Alten- und Bürgerheime verwendet wird.

Innenansicht der Evangelischen Spitalkirche

Die ehemalige obere Siechenstube des Spitals, in der sich heute die Evangelische Spitalkirche befindet, erhielt 1472 das prächtige Deckengewölbe mit seinen Stern- und Netzrippen. Die eindrucksvollen Schlusssteine, vom Überlinger Meister Jakob Ruß gefertigt, erinnern mit ihrer Darstellung der „Werke der Barmherzig-

keit“ gemäß Jesu Worten aus Matthäus 25 an die einstige Krankenstube. Diese Steine bilden, zusammen mit der Darstellung der Drei Könige in der Westreihe und den Wappen mit den Herrschaftsverhältnissen der mittleren Reihe, einen im Raum zwischen Donau und Bodensee einzigartigen Zyklus.

 

Seit 1624 und endgültig 1649 dient der Raum gemäß dem Biberacher Paritätsvertrag als Evangelische Spitalkirche, heute vor allem für Wochenendgottesdienste, Taufen, Trauungen und für die Kirchenmusik.

 

Das Geistliche Bildprogramm in der Evangelischen Spitalkirche